Irgendwie findet alles seinen Weg und das “gemeine Volk” schafft es immer irgendwie, den überhandnehmenden Monopolstrukturen den Rücken zu kehren und Alternativen aufzubauen. So war und ist es z.B. mit Linux und dem GNU Projekt, BSD und vielen weiteren OpenSource Alternativen aus der Softwarebranche.
Und genauso ist es auch heute bei der Kommunikation ala social Media. Gegen das Monopol der wenigen Big-Tech Oligarchen gibt es das Fediverse, was mit Mastodon, Pixelfed, Peertube, Friendica und weiteren Open Source Kommunikations Netzwerken Alternativen zu Facebook, Instagram, Threads, X, Youtube etc. aufwartet.
Und zu guter letzt, in meinen Augen der Wahnsinn …. Meshtastic / Meshcore!1 …. ein eigenständiges, vom “gemeinen Volk” erstelltes quasi weltumspannendes Funk-Netzwerk für Textnachrichten, an dem jeder mit geringem technischen und finanziellen Aufwand teilhaben und das Netz erweitern kann.
Notwendig zum Senden und Empfangen, sind dafür lediglich kleine Geräte(Companion), die man per USB oder auch Bluetooth mit Handy und MeshCore App verbindet. Der Preis für so ein kleines Gerät liegt bei etwa 30-50€. (Wer ganz auf Handy und App verzichten möchte, findet beim Hersteller LilyGo auch die zwei alternativen StandAlone Geräte, T-Deck Pro und Plus, welche auch leider die einzig verfügbaren am Markt sind.) Für mehr Geräte siehe die kleine Übersicht eines MeshCore Wikis mit fertigen Geräten und Bausätzen.2
Die Verteilung und Weiterleitung der vom Handy + Companion oder StandAlone-Gerät gesendeten Nachrichten geht über sinnvoll plazierte, solarbetriebene Repeater die ebenfalls von jedem privat, z.B. in höheren Gebäuden am Fenster plaziert werden können. Hierzu gibt es überall Interessierte, mit denen man die für die Region notwendige Anzahl der Repeater abgleicht.
Das Prinzip dabei ist die Kommunikation der Repeater untereinander. Diese geben das Signal vom kleinen Companion, anhand von Regionsangaben an den nächsten und nächsten und nächsten Repeater weiter, wodurch quasi weltumspannende Entfernungen möglich sind, die bei Adressierung an einen spezifischen Empfänger auch Ende zu Ende verschlüsselt sind und somit privat bleiben.
In den letzten Jahren hat sich dieses Netz massiv entwickelt(siehe Repeater-Karte3) und findet auch bei staatlichen Sicherheitskräften viel Anklang, denn obwohl man hiermit auch der Infrastruktur des üblichen Handynetzes entgeht und somit z.B. eine klare Alternative zu üblichen Messengern wie WhatsApp und Co hat, und somit wiederum der Auswertung und Nutzung der Metadaten zum Datenhandel entkommt, ist die positive Entwicklung eher der Tauglichkeit in Notfallsituationen zu verdanken. Wir erinnnern uns an das Desaster bei der Katastrophe im Ahrtal. Das Unwetter hat die Infrastruktur des Netzes komplett lahmgelegt und man musste auf die lokalen Amateurfunker sowie den Jedermannfunk (CB, PMR) zurückgreifen um die Kommunikation der Sicherheitskräfte sicherzustellen. Hier ist so eine unabhängige autarke Meshnetz-Infrastruktur dann natürlich eine klasse Option… Es lohnt sich also so etwas zu Hause zu haben. Aber auch abseits diverser Katastrophensituationen hat man hier eine gute Möglichkeit der Kommunikation, bei dem keiner die Metadaten ausliest und missbraucht.
- Info zu MeshCore auf Wikipedia
- Geräteliste (deutschsprachiges Wiki)
- Repeater-Karte (Die Zahlen zeigen die Anzahl der Repeater an. In D 19.967! Neunzehntausend-Neunhundertersiebenundsechzig!)
- Offizielle MeshCore Seite
- Kleine Geräteauswahl auf offizeller MeshCore Seite
Bei Interesse, komm im Forum vorbei und lass uns dazu austauschen, oder hinterlasse hier einen Kommentar.
Anbei noch ein Video vom diesjährigem Linux-Tag in Chemnitz:


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